attac campus - Demokratische Linke

Unser Programm


Die Protestbewegung der Studierenden gegen Bildungs- und Sozialabbau hat deutlich gemacht, wie wichtig es ist, sich gemeinsam für eine demokratische und sozial gerechte Gesellschaft einzusetzen. Nur im Bündnis können wir starken politischen Druck ausüben. Da die Hochschulgruppen Demokratische Linke und attac-campus in ihrer Kritik und ihren Forderungen im Kern übereinstimmen, haben wir uns entschlossen, auf einer gemeinsamen Liste zur StuPa-Wahl zu kandidieren.

Die Demokratische Linke versteht sich als parteiunabhängige, emanzipatorische und radikaldemokratische Hochschulgruppe. Attac-Campus ist Teil eines weltweiten, globalisierungskritischen Netzwerks.

Wir fordern freien und gleichen Zugang zur Bildung für alle! An den Hochschulen bedeutet das konkret: Keinerlei Zugangsbeschränkungen in Form von NCs, Losverfahren oder Auswahlgesprächen, keinerlei Studiengebühren in jedweder Form (dies beinhaltet auch nachgelagerte Modelle wie die Akademikersteuer).

Bildung muss ein öffentliches Gut sein und darf nicht an wirtschaftlichen Nutzen und kapitalistischen Verwertungsinteressen ausgerichtet werden. An den Hochschulen soll Persönlichkeitsbildung, kritische Lehre und freie Forschung stattfinden, die für eine demokratische Gesellschaft notwendig sind.

Die Kürzungen im Bildungsbereich stehen im Widerspruch zu diesem Verständnis und haben eine weitere Verschlechterung der Qualität zur Folge. Dadurch wird privaten Anbietern der Zugang zum Bildungssektor ermöglicht, von dem sie sich hohe Profite versprechen. Das betrifft nicht nur die zunehmende Verbreitung von Elite- und Privat-Universitäten, sondern auch die Drittmittelfinanzierung von Schulen und Hochschulen, und die damit verbundene Einflussnahme von Wirtschaftsunternehmen auf Bildungsinhalte.

Damit nicht wahllos über die Köpfe der Studierenden hinweg entschieden wird, müssen die Hochschulen demokratisiert werden, eine mögliche Form wäre hierbei eine viertelparitätische Besetzung aller Gremien. Auch wehren wir uns in diesem Zusammenhang gegen alle Formen sozialer Disziplinierung, wie Videoüberwachung, Chipkartensystem o.ä.. Wir brauchen ein politisches Mandat für die Verfasste Studierendenschaft, um zudem auf gesellschaftliche Prozesse Einfluss zu nehmen und diese verändern zu können.

Die derzeitigen Umstrukturierungen und Kürzungen des Bildungs- und Sozialwesens in Berlin sind kein isoliertes Problem, sondern stehen im Kontext der neoliberalen, kapitalistischen Logik. Auf Bundesebene wird diese mittels Agenda 2010 & Co. umgesetzt, doch auch in Europa und weltweit sind die Menschen von den gleichen Angriffen betroffen. Immer mehr entziehen sich die Regierenden aus ihrer Verantwortung und treiben die Privatisierung öffentlicher Güter voran.

Das GATS (General Agreement on Trade in Services) ist hierbei ein Instrument um den Handel mit Dienstleistungen, wie Bildung, Gesundheit und Wasser, weltweit zu liberalisieren und handelsbehindernde Regularien abzubauen. Die Zurücknahme dieser Entscheidungen wird zugleich faktisch unmöglich gemacht. Dann haben nur noch diejenigen Zugang zu öffentlichen Gütern, die es sich leisten können.

Da die neoliberalen Entwicklungen global sichtbar sind, solidarisieren wir uns mit den weltweiten Protestbewegungen gegen Sozialabbau, Umweltzerstörung und Krieg. Dabei wehren wir uns entschlossen gegen Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Homophobie und autoritäre Ansätze.

Eine andere Welt ist möglich!



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