Selbstdarstellung der Attac-Hochschulgruppe an der HU


Attac – eine globalisierungskritische Bewegung

Attac hat sich 1998 in Frankreich gegründet mit dem Ziel, die internationalen Finanzmärkte unter demokratische Kontrolle zu stellen. Der Name Attac steht für die Besteuerung der Finanzmärkte zum Nutzen der BürgerInnen. Im Januar 2000 entstand Attac auch in Deutschland. Die Hochschulgruppe an der HU gibt es seit Oktober 2001. Die Attac-Hochschulgruppe will allen Studierenden und Lehrenden, die auf der Suche nach Alternativen zum derzeitigen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Kurs sind, eine Möglichkeit sich auszutauschen und aktiv zu werden.

Die ursprünglichen Kernforderungen von Attac in Deutschland sind die Einführung einer Devisenumsatzsteuer (Tobin-Tax), die Schließung der Steueroasen und die Verhinderung der Privatisierung der Sozial- und Bildungssysteme. Dazu kommen die Kritik an WTO und IWF, der Einsatz für die Entschuldung der ärmsten Länder und auch der Protest gegen die deutsche und internationale Sicherheits- bzw. Kriegspolitik, die wir als Teil der Globalisierung sehen. Attac entwickelt sich zu einer immer breiteren globalisierungskritischen Bewegung. Den Schwerpunkt bilden aber nach wie vor ökonomische Fragen.

Uns als Hochschulgruppe eint die Kritik an der neoliberalen Globalisierung, uns geht es um ökonomische Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit weltweit. Die Umverteilung von unten nach oben muss gestoppt werden. Jeder Mensch hat das Recht auf materielle Grundversorgung und soziale Sicherheit. Die technischen Voraussetzungen dafür sind gegeben, für die politischen wollen wir uns einsetzen. Eine andere Welt ist nötig und möglich!

Attac ist ein Netzwerk

Attac hat ein offenes gesellschaftspolitisches Verständnis. Die Vielfalt der Meinungen und Weltanschauungen ist unsere Stärke. Grundkonsens ist die Kritik an der neoliberalen Globalisierung. Darum setzen wir uns ein für soziale Menschenrechte, Demokratie und umweltgerechtes Handeln.

Unter Globalisierung verstehen wir die Ausweitung politischer, ökonomischer und gesellschaftlicher Prozesse auf die ganze Welt, die es im Interesse der Menschen aktiv mitzugestalten gilt, statt sie einzelnen Interessengruppen zu überlassen. Wir sind also nicht die Gegner der Globalisierung, sondern ihre Kritiker. Die Wirtschaft muss den Menschen dienen, und nicht umgekehrt. Die Welt ist keine Ware.

Attac ist ein weltweites Netzwerk nationaler und regionaler Gruppen und ein Teil der internationalen globalisierungskritischen Bewegung. Die einzelnen Gruppen sind unabhängig - der Konsens über die Kernforderungen hält sie zusammen. In Deutschland ist Attac weder Verein noch Partei, sondern hat eine offene Struktur und arbeitet mit anderen Gruppen zusammen.
Attac bietet eine offene und demokratische Plattform für den Austausch und die Entwicklung von Ideen und Visionen sowie ihre Umsetzung. Zur Durchsetzung unserer Forderungen setzen wir auf die Kraft sozialer Bewegungen.

Attac an der Humboldt-Uni

Als Hochschulgruppe möchten wir die politische Diskussion an der Universität beleben. Die Probleme, die mit der zunehmenden Globalisierung weltweit entstehen, wollen wir in diese Diskussion einbringen. Es ist uns nicht egal, wie wir in Zukunft leben werden!

Da sich unser Themenfeld in jüngster Zeit stark erweitert hat, vertiefen wir spezielle Fragen in Arbeitsgruppen, um unserem inhaltlichen Anspruch an gute Referate und fruchtbare Diskussionen gerecht werden zu können. Der Austausch zwischen den Gruppen findet im wöchentlichen Plenum statt, das abwechselnd inhaltliche und organisatorische Schwerpunkte hat.

Bei unseren Treffen bemühen wir uns um eine sachliche Analyse und um einen fairen Diskurs. Durch kreative Aktionen und verschiedene Veranstaltungen wollen wir an der Humboldt-Universität unsere Anliegen deutlich machen. Es ist ausdrücklich jede und jeder eingeladen, sich bei uns zu informieren, umzuschauen und an unserer Arbeit zu beteiligen.

Berlin, den 30. Januar 2002


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